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CE-Zeichen für nicht europäisch genormte Bauprodukte und -systeme
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Seit dem 1. Juli 2013 gilt in Europa die Bauproduktenverordnung (VERORDNUNG (EU) Nr. 305/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES). Sie regelt das Inverkehrbringen von Bauprodukten in Europa über harmonisierte Normen bzw. Europäische Technische Zulassungen (ETA), die auf der Grundlage von Europäischen Bewertungsdokumenten (EAD) erstellt werden.

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Hierdurch werden auch die notwendigen Zertifizierungen europäisch geregelt, sodass nationale Verwendbarkeitszeichen (z. B. Ü-Zeichen) in den Hintergrund treten. Ein Bauprodukt, welches ein CE-Zeichen trägt ist vollumfänglich brauchbar und verwendbar. Wenn aber für ein Bauprodukt oder -system keine Norm vorliegt, so sieht die Verordnung in Artikel 19 einen alternativen Weg vor:

Beantragt ein Hersteller eine Europäische Technische Bewertung, so wird ein Europäisches Bewertungsdokument von der Organisation Technischer Bewertungsstellen für ein Bauprodukt erstellt und angenommen, das nicht oder nicht vollständig von einer harmonisierten Norm erfasst ist und dessen Leistung in Bezug auf seine Wesentlichen Merkmale nicht vollständig anhand einer bestehenden harmonisierten Norm bewertet werden kann, weil unter anderem

  • das Produkt nicht in den Anwendungsbereich einer bestehenden harmonisierten Norm fällt;
  • das in der harmonisierten Norm vorgesehene Bewertungsverfahren für mindestens ein wesentliches Merkmal dieses Produktes nicht geeignet ist;
  • die harmonisierte Norm für mindestens ein wesentliches Merkmal dieses Produktes kein Bewertungsverfahren vorsieht.

Hieraus ergibt sich, dass Sie eine ETA und damit eine CE-Kennzeichnung für Ihr Produkt oder System beantragen können, wenn:

  • Ihre Kunden Produkte und Systeme mit CE-Kennzeichnung fordern, es hierfür aber keine harmonisierten Regelungen gibt,
  • Ihr genormtes Produkt oder System ein nicht geregeltes, besonderes Leistungsmerkmal aufweist und Sie damit einen Wettbewerbsvorteil verbinden,
  • Sie sich von den übrigen Marktbegleitern abheben wollen bzw. höhere Standards in den Leistungen und in der Qualitätssicherung Ihrer Bauprodukte und -systeme setzen wollen.

Darüber hinaus hat der europäische Gerichtshof (EuGH) mit dem Urteil vom 16.10.2014 über die Vertragsverletzungsklage der EU-Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen des Systems der Bauregellisten entschieden.Die zusätzlichen Anforderungen (z. B. Ü-Zeichen), die durch die Bauregellisten in Deutschland für den Marktzugang und die Verwendung von Bauprodukten gestellt werden, die jedoch von harmonisierten europäischen Spezifikationen erfasst wurden und mit der CE-Kennzeichnung versehen waren, verstoßen gegen den europäischen Gedanken der Beseitigung von Handelshemmnissen.

Über Kiwa

Die Kiwa ist als Technical Assessment Body (TAB)  direktes Mitglied der European Organisation for Technical Assessment (EOTA) und kann damit eigenständig ETAs beantragen und notwendige Zulassungsverfahren begleiten. Damit haben Sie als Produkthersteller eine Alternative für die Beantragung Ihres CE-Zeichens. Mit der Kiwa erhalten Sie einen direkten Weg nach Europa!
Das bedeutet für Sie:

  • Schneller Marktzugang durch CE-Zeichen, keine lästigen länderspezifischen Zertifikate und Überwachungen mehr
  • Zeitersparnis durch klare Zeitpläne,
  • flexible und transparente Herangehensweise für alle Partner des Prozesses,
  • Prüfung, Überwachung und Zertifizierung sowie Begleitung des gesamten Prozesses aus einer Hand

Kontakt

Dr. Ronny Stadie
ronny.stadie@kiwa.de
+49 (0)30 / 46 77 61 34

Dipl.-Ing. Robert Stascheit
robert.stascheit@kiwa.de

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